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Jochen Schmidt und David Wagner über ihr gemeinsames Ost-West-Buchprojekt “Drüben und Drüben”.

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BAUHOLZ-REGAL | Badezimmer Regal Berlin

Ihre Töchter haben sie gefragt, „wie das damals war“. Also haben sich die Berliner Autoren Jochen Schmidt (44, Ost) und David Wagner (43, West) gemeinsam hingesetzt und über ihre Kindheiten in der Nähe von Bonn und in Ost-Berlin geschrieben. Am 10. September, um 20 Uhr, lesen sie aus „Drüben und Drüben“ (Rowohlt, 19,95 Euro) im Literarischen Colloquium (Am Sandwerder 5, Eintritt 8/5 Euro).

Die B.Z. stellt ihre Jugenderinnerungen mit ihren Unterschieden, aber auch Gemeinsamkeiten gegenüber.

Schule:

Schmidt: „Die Schulen hießen ‚Dr. Agostinho Neto‘ nach dem Präsidenten von Angola oder ‚Prof. Suchomlinski‘ nach dem sowjetischen Pädagogen (lange hielten wir ‚Prof.‘ für seinen Vornamen). Ein Schulname war eine Auszeichnung, die meisten Schulen hatten nur eine Nummer, unsere war ‚die Siemunzwanzichste‘.“

Wagner: „Frau Böse war sehr nett, Frau Ott eher streng und daher gefürchtet. Sie hieß eigentlich Fräulein Ott, aber war sie nicht zu alt, um ein Fräulein zu sein?“

Kinderzimmer:

Schmidt: „Federschmuck, Cowboygürtel, Plastepistolen und Colts. Ein roter Tomahawk, schade, dass er aus Plaste war, ich hatte trotzdem versucht, die Klinge zu schärfen.“

Wagner: „Mir war schon damals klar, wie teuer diese Eisenbahn war, ein Waggon kostete über fünfzig Mark, aber anscheinend waren wir so reich, war ich ein verwöhntes Kind?“

Küche:

Schmidt: „Den Toaster mit Brötchenaufsatz hatten wir von einer Westtante, der alte hatte in der neuen Wohnung nie benutzt werden können, weil er noch keinen Schuko-Stecker hatte.“

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Suche IKEA MOLGER Badezimmer Regal Holz in Berlin – Prenzlauer | Badezimmer Regal Berlin

Wagner: „Die Teller mit Goldrand durften wir nicht hineinstellen (…) (…) Einige Experimente später war der Mikrowellenherd kaputt, ich tat, als hätte ich nichts damit zu tun.“

Garten:

Schmidt: „Mein Vater wünschte sich immer einen Garten, eigentlich mit Haus. Er wollte in diesem Staat wenigstens über ein kleines Stück eigener Welt bestimmen.“

Wagner: „Oft grub ich Löcher im Garten, ich wollte weitere kleine Teiche, Sumpftümpel und Kleinbiotope anlegen, wollte Lebensraum für noch mehr Frösche schaffen (…)“

Schulweg:

Schmidt: „Einmal hielten mich auf dem Schulweg zwei Größere fest, weil ich auf dem Bordstein balanciert war, sie würden jetzt ,den ABV holen‘ (den Abschnittsbevollmächtigten). Ich riss mich los, verlor dabei meine Pudelmütze und rannte mit rasendem Herzen nach Hause. Bis zum Abend traute ich mich nicht mehr raus.“

Wagner: „Krayer durfte aus irgendeinem Grund nicht durchs Gässchen gehen – hielten seine Eltern den Weg für gefährlich? Wir machten uns darüber lustig, aber eines Tages – hatten sie vielleicht recht? – begegneten wir dort einem Mann, der uns unbedingt seinen Pimmel zeigen wollte. Er hatte ihn schon in der Hand.“

Freizeit:

Schmidt: „Beim Versteckspielen rannte ich zu den Hochhäusern und stellte mich unter einen Balkon vom Parterre, wo leere Zementsäcke lagen und es nach Katzenpisse roch.“

Wagner: „Abends Fotolabor, dienstagnachmittags Klarinettenunterricht, dienstagabends Big Band, mittwochs Spielkreis und Chor, donnerstags Musikschulorchester (…)“

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Ferien:

Schmidt: „In Warschau irrte ich einen Tag durch Neubauviertel und kam mir sofort verloren vor. Über jeden Schritt musste ich selbst entscheiden, und der Tag wurde dadurch unendlich lang. (…) Als ich die Reste eines Solidarnosc-Plakats fotografierte, wunderte ich mich, dass der Schriftzug hier nicht verboten war.“

Wagner: „Am Strand von Le Lavandou fielen mir zwei schlanke Französinnen auf, die oben ohne auf einer Decke lagen, beide in unserem Alter. (…) Ich war sofort in beide und in ihre Nippel verknallt.“

Wohnzimmer:

Schmidt: „Zu Hause hatten wir so viele Bücher, dass an allen Wänden Regale standen, mein Vater brachte abends immer neue Bücher mit. Niemand hatte so viele wie wir, ich hielt das noch

für einen materiellen Wert.“

Wagner: „Das Zimmer hätte auch Bibliothek heißen können, denn die beiden langen Wände und die neben dem Fenster waren mit Bücherregalen zugebaut.“

Badezimmer:

Schmidt: „Unser Klopapier war so rau, dass Westbesuch eigenes mitbrachte, weiß oder sogar rosa, das konnte man auch als Taschentuch benutzen.“

Wagner: „Die Toilette war nebenan und hatte ein eigenes kleines Waschbecken. Herrschte viel Betrieb im Bad, konnte ich mir auch dort die Zähne putzen (…)“

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Bei anderen:

Schmidt: „Bei Torsten durfte man die Wohnung nicht mit Schuhen betreten. Er hatte von seinem Vater eine Udo-Lindenberg-Kassettensammlung geerbt mitsamt dem Vorsatz, nie im Leben Alkohol anzurühren.“

Wagner: „Bei manchen Freunden gab es seltsame Sachen zu essen. Margarine? Wer aß denn so etwas? Coca-Cola zum Abendessen? Wäre bei uns unmöglich gewesen. ‚Weißt du, wie viel Zucker da drin ist?‘“

Im Auto:

Schmidt: „Unsere Tachonadel blieb leider immer knapp über 90 km/h stehen, vergeblich hoffte ich, einmal im Leben 100 zu fahren.“

Wagner: „Papa raste gern, 180, 190, 200. Auf einer Fahrt bis zur Schweizer Grenze überholte uns nur ein einziges Auto, ein Porsche Carrera. ‚Und den’, sagte mein Vater, ‚hätte ich auch wieder erwischt, wäre er nicht abgefahren.‘“

Mauerfall:

Schmidt: „Um fünf Uhr mussten wir schon wieder aufstehen, weil wir, wie seit Tagen schon, Küchendienst hatten (…). Irgendwann (…) sagte jemand: ‚Die Mauer ist auf.‘ Ein paar Stunden Schlaf wären mir lieber gewesen.“

Wagner: „Ich weiß noch, dass wir am folgenden Tag, dem 10. November, eine Lateinarbeit schrieben, die dann, wie der ganze Schultag überhaupt, von extensiven Gesprächen überlagert wurde, in denen wir verhandelten, was da in dieser fernen sogenannten DDR geschah.“

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